Eka kommt aus den Südtiroler Bergen, sie ist Ethnologin, Filmemacherin
und sprüht vor Ideen. Eine Zeit lang hat sie versucht, zu promovieren,
sie hat an Büchern und Publikationen mitgearbeitet und ihren Prof bei
dessen Forschung unterstützt. Eigentlich sollte sie längst ihren
Doktortitel im Fach der visuellen Ethnologie haben aber dieses Projekt
hat sie auf Eis gelegt, die Kisten mit Büchern und Recherchematerial auf
den Dachboden geschleppt. Zu viele Hürden kamen auf oder war es
eigentlich nur das eine Hindernis, dass sie in ihrer Arbeit im Konflikt
zur Forschung ihres Profs stand? Eka musste stets gegen die Autorität
ihres Professors anschreiben. Ihre Kritik an ihrem Prof, seinen
Ethnologie Kollegen und ihrer Arbeitspraxis wäre offen formuliert zu
hart gewesen. Seither versucht Eka, andere Wege zu gehen, sich
umzuorientieren und auch ohne den Titel irgendwelche Jobs zu bekommen.
Momentan ist sie wieder an der Uni und betreibt Forschungen, deren
Ergebnisse dann unter den Namen ihrer Vorgesetzten publiziert werden.
Zwischenschritt zur:
Die Annahme ist, dass die Wissenschaft frei ist und dass Wissenschaftler*innen ihren Interessen nachgehen können.
Der Widerspruch ist, dass ein*e Wissenschaftler*in innerhalb der
Institution Universität immer nur abhängig von dem Zuspruch derjenigen
arbeiten kann, die jeweils Autorität über das jeweilige Fach besitzen.
Das sind Vorgesetzte, Doktor*innenbetreuer*innen, Institutsleitungen.
Forscher*innen sind abhängig vom Zuspruch ihrer Betreuer*innen. Das
zeigt sich an Ekas Erlebnissen, die als junge Studentin der visuellen
Ethnologie Filme mit und über die Eipo und den Steinbeilklingentausch in
Papua drehte und mit ihrer Expertise für Kulturpraxis und Artefakte der
Eipo eine Kariere in Museum hätte machen können. Nachdem sie aber durch
die Arbeit für ihre Doktorarbeit über die Beziehungen von europäischen
Forschern und Missionaren zu Menschen in Papua eine immer stärker
werdende Kritik an der imperialistischen und rassistischen Haltung
vieler weißer Forscher*innen übte, wurde sie vom Kreis der
Wissenschaftler*innen und aus der Forschung ausgeschlossen, was sie
schließlich dazu zwang, ihre Doktorarbeit unvollendet zu lassen.
Fragen dazu:
Der erste Text ist länger. Es kommen Informationen darin vor, die von
Wünschen handeln und Formulierungen, die als Schmuck dienen. Der zweite
Text ist spannender. Oder?
Übung 10: deduktive Version:
Eka kommt aus Südtirol und hat in München visuelle Ethnologie
studiert. Als Studentin drehte sie einen Film über den
Steineilklingentausch. Das ist eine Methode, mit der alle möglichen
Arten von Beziehungen gepflegt werden können. Bei weiteren
Forschungsaufenthalten in Papua und bei der Zusammenarbeit mit dem
Betreuer ihrer Doktorarbeit, begann Eka, diesen und andere westliche
Wissenschaftler zu kritisieren. Die anderen Wissenschaftler und allen
voran ihr Professor, wollten daraufhin Ekas Forschung nicht mehr
unterstützen. Daher orientierte sie sich um. Sie ging zurück nach
Südtirol und wurde dort wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem anderen
Forschungsbereich. Das Beispiel Eka zeigt also, dass
Wissenschaftler*innen abhängig von ihren Vorgesetzten und den
Institutionen sind, mit denen sie affiliiert sind.
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